Weiden. Am Donnerstag zeigten Fahnder der Verkehrspolizei Weiden zur Mittagszeit den richtigen Riecher. Ein Autofahrer handelte sich gleich mehrere Anzeigen ein.
Auf der A93 in südlicher Richtung überholte die zivilen Fahnder ein Skoda, Fabia, mit slowakischer Zulassung in rasanter Fahrweise. Den Beamten gelang es, das Auto an der Anschlussstelle Nabburg-West auszuleiten und zu kontrollieren. Der fast 30-jährige Fahrer gab zunächst an, keinerlei Dokumente mitzuführen. Er nannte, wie sich herausstellen sollte, die Personalien seines imaginären Bruders. Der erste Verstoß war gegeben.
Die Überprüfung des Fahrzeuges ergab, dass die angebrachten slowakischen Kennzeichen nicht zu dem kontrollierten Skoda, sondern zu einem Peugeot 206 gehörten. Der zweite Verstoß führte zur Sicherstellung des Fabias.
Die Durchsuchung des Fahrzeuges brachte zunächst unter anderem Rauchpfeifen und Einwegspritzen zutage. Im weiteren Verlauf jedoch auch den Geldbeutel mit dem Ausweis des Fahrers aber auch Betäubungsmittel. Der dritte Verstoß war gegeben.
Fünf Vergehen in einem Auto
Was jedoch noch immer fehlte, war ein Führerschein. Hier zeigte sich der Slowake redselig und gab an, er habe seinen Führerschein nach einer Haftstrafe in der Slowakei vor sechs Jahren abgeben müssen und fahre seitdem ohne: Der vierte Verstoß richtete sich gegen das Straßenverkehrsgesetz. Ebenso auch der fünfte festgestellte Verstoß, nachdem ein Urintest positiv auf Metamphetamin verlief, was zu einer Blutentnahme führte.
Auf Grund der immensen Anzahl von tangierten Gesetzen wurden von dem slowakischen Bauleiter die Fingerabdrücke und die DNA gesichert. Nach der mehrstündigen Sachbehandlung durfte sich der 29-Jährige selbständig um seine Weiterreise kümmern.
Die Praktikanten, welche die Fahnder bis kurz nach dem Aufgriff begleiten durften, waren über die Vielfalt der möglichen Vergehen und Ordnungswidrigkeiten bei nur einer Kontrolle sichtlich erstaunt und beeindruckt.

