Weiden. Eine 52-jährige Weidenerin erhielt am 04. Oktober einen Anruf eines vermeintlichen Geldtransportunternehmens. Es wurde eine Rufnummer mit der Vorwahl 0511 angezeigt. Die 52-Jährige wurde darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie bei einem Lotteriespiel annähernd 40.000 Euro gewonnen hat.
Während des Gespräches wurde ihr mitgeteilt, dass es sich bei dem ursprünglich genannten Betrag um einen Zahlendreher handelt und sich die Gewinnsumme auf über 90.000 Euro belaufen würde. Aus diesem Grund sei es allerdings notwendig, vorab einen Geldbetrag von 5.000 Euro für die Transportversicherung in den Kosovo zu überweisen. Bis zum 06. Oktober erhielt die 52-jährige Frau mehrere Anrufe des vermeintlichen Geldtransportunternehmens in denen sie auf die Notwendigkeit der Zahlung hingewiesen wurde.
In einem der Anrufe wurde die Frau darauf hingewiesen, dass sie gerne auch die örtlich zuständige Polizeidienststelle hinzuziehen kann und es wurde im weiteren Verlauf des Gespräches die Telefonnummer der Polizei Weiden erfragt. Kurze Zeit nach diesem Gespräch wurde die 52-Jährige angerufen und im Display war die Nummer der Inspektion Weiden abzulesen. Es meldete sich ein männlicher Anrufer, der sich als Beamter ausgab.
Dieser angebliche Polizist nannte seinen Namen und gab an, dass er alles überprüft habe und die Aussagen des Geldtransportunternehmens bestätigen kann. Die Frau hätte den genannten Betrag gewonnen und könne ruhig die 5.000 Euro überweisen. Zudem wurde ihr angeboten, dass die Polizei abends zur Übergabe mit dazu kommen kann.
Die 52-Jährige wandte sich anschließend von sich aus an die Polizei Weiden. Zu einer Überweisung der 5.000 Euro kam es nicht. Allerdings hatte sie im Vorfeld als Bearbeitungsgebühr für den Lottogewinn sogenannte „cash-codes“ im Wert von insgesamt 900 Euro aktiviert. Die Codes wurden an die bislang unbekannten Anrufer übermittelt.
Die Polizei Weiden ermittelt nun wegen eines Vergehens des Betruges.
Wichtige Informationen für Bürger
Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass in diesem Fall kein Anruf von ihnen an die 52-jährige Frau erfolgte. Die Telefonnummer der Polizei Weiden wurde vorgetäuscht! Durch die Polizei werden weder vermeintliche Gewinne überprüft oder bestätigt, noch ist sie bei in Aussicht gestellten Geldübergaben mit anwesend. Die Täter verwendeten für ihren Anruf eine spezielle Technik, die es ermöglichte, auf der Rufnummernanzeige des Telefons ihres Opfers die Telefonnummer der Polizei anzuzeigen.
Beim oben genannten Fall handelt es sich um eine Methode der sogennanten Betrugsmasche „Gewinnversprechen“, die Betrüger in unterschiedlichsten Varianten anwenden. Das Grundmuster ist dabei immer das gleiche: Vor einer Gewinnübergabe werden die Opfer dazu aufgefordert, eine Gegenleistung zu erbringen, zum Beispiel eine Gebühr zu zahlen, eine kostenpflichtige Hotline (Telefondienst) anzurufen oder an einer Veranstaltung teilzunehmen.
Unter www.polizei-beratung.de finden Bürgerinnen und Bürger nicht nur zu diesem Thema wertvolle Tipps, wie sie sich unter anderem vor solchen Betrugsdelikten schützen können.

