Weiden. „In den letzten Monaten mussten wir einige größere Fälle bearbeiten. Umso mehr freut es uns, ihnen heute von diesem Erfolg zu berichten“, so begrüßte der Leiter der Kriminalpolizei Weiden, Thomas Bauer, die anwesenden Journalisten und Kollegen bei der Pressekonferenz zur Festnahme zweier Tatverdächtiger zum Raubüberfall am Hammerweg im September.
Der Raubüberfall am Hammerweg hat nicht nur die Bevölkerung sehr bewegt. Ich leite die Kripo seit sieben Jahren, aber eine derartig brutale Gewalttat habe ich noch nie erlebt.
so Bauer. Sofort habe man eine über 40 Kopf starke Einsatzgruppe „EG Siedlung“ eingerichtet. Sieben Tage lang wurden jegliche Spuren am Tatort gesichert. Insgesamt 600 Spuren fanden die Ermittler – auch DNS. Gemeinsam mit dem Landeskriminalamt erstellte die Einsatzgruppe eine 3D-Ansicht des Tatorts, der so konserviert wurde. Es wurden 39 Zeugen teilweise mehrfach befragt. Auch aus der Bevölkerung kamen insgesamt etwa 30 Hinweise.
Hinweis aus der Bevölkerung führt nach Tschechien
Einer davon führte die Polizei schließlich auf die Spur der Täter. Hier war die Rede von einem schwarzen BMW mit ausländischem Kennzeichen, der am Vortag in der Nähe des Tatortes gesehen wurde. Schnell führte die Spur in die Tschechische Republik. Zusammen mit dem Gemeinsamen Zentrum in Schwandorf und der Kriminalpolizei in Pilsen kamen die Ermittler schließlich auf die Spur zweier Männer (33 und 43).
„Die Männer waren der tschechischen Polizei wegen Gewaltdelikten und Drogenkriminalität schon bekannt“, berichtet Oberst Ludek Fiala von der Kriminalpolizei Pilsen. 46 Beamte waren auch auf tschechischer Seite mit dem Fall betraut.
Dritter Täter noch unbekannt
Am 26. November dann der Zugriff. Die beiden Männer wurden jeweils vor ihren Wohnungen vom Sondereinsatzkommando festgenommen. Bis jetzt bestreiten beide etwas mit dem Fall zu tun zu haben. Nun sollen sie nach Deutschland überstellt werden. „Angeklagt werden die zwei Täter wohl wegen schwerem Raub und gefährlicher Körperverletzung. Dafür gibt es zwischen fünf und 15 Jahre Gefängnis. Wobei es kein Geheimnis sein dürfte, dass die Straferwartung wohl eher Richtung 15 Jahre geht“, berichtet Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer.
Vom dritten Täter fehlt bisher jede Spur. Die Polizei und Staatsanwaltschaft ist sich aber einig: „Wir werden ihn finden!“ Unter den 600 Spuren würde sich mit Sicherheit eine finden, die auch zum letzten Täter führt.
So geht es den Opfern heute
Die drei Opfer (68, 71 und 89) mussten alle für längere Zeit im Krankenhaus behandelt werden. „Es geht ihnen den Umständen entsprechend körperlich gut. Die seelische Verfassung ist eine andere Sache. Aber ich kann sagen, sie nehmen’s tapfer,“ berichtet Bauer. Über die genauen Verletzungen wollen die Beamten aber nicht zu viel verraten. „Das sind Dinge, die nur die Täter wissen können. Deswegen wollen wir nicht zu viel verraten.“ Die Senioren hatten aber wohl Hämatome und mehrere Knochenbrüche.

