Beiden Mannschaften merkt man die längere Corona-Pause an. In der zurückliegenden Woche konnte Trainer Sebastian Buchwieser zwar an einigen Stellschrauben drehen: „Wir müssen vor allem unsere eigene Fehlerrate reduzieren, um in beiden Spielen Zählbares einzufahren“, forderte er. Von der Last-Minute-Verpflichtung von Mark Heatley konnte er nach gerade mal einem gemeinsamen Training noch keine Zauberkunststücke erwarten.
Rießersee reaktiviert Schlüsselspieler
Auf der Soll-Seite schmerzt weiter das verletzungsbedingte Fehlen von Neal Samanski, Barry Noe, Edgars Homjakovs und Neuzugang Dominik Piskor. Dazu fehlen Chad Bassen, Elia Ostwald und Mirko Schreyer am Wochenende krankheitsbedingt.
Die Garmischer haben für das Freitagabend-Spiel am „Deadline-Day“ mit Stephan Wilhelm einen ehemaligen Spieler reaktiviert und damit auf zahlreiche Ausfälle im Team reagiert. Zuletzt befand sich auch die Mannschaft von Pat Cortina aufgrund von Corona-Fällen nicht im Spielbetrieb. Ihr letztes Spiel bestritten die Gastgeber Mitte Januar gegen die Höchstadt Alligators (1:4).
Oberbayern wirken frischer
Trotz dieser Defizite wirken die Oberbayern etwas frischer, setzen Weiden mit viel Tempo unter Druck. Dennoch gelingt dem Tabellenführer in der achten Minute die 1:0-Führung: Tomáš Rubeš vollendet nach Vorarbeit von Nick Latta und Martin Heinisch.
Im zweiten Drittel versäumen es die Weidener, im Überzahlspiel ihre Führung auszubauen. Stattdessen gelingt Stephan Wilhelm nach Assist von Florian Vollmer der Ausgleich zum 1:1 (35.). Im letzten Drittel vergeben beide Sturmreihen hochkarätige Chancen. Und auch die Overtime bleibt torlos. Das Penaltyschießen entscheidet schließlich Florian Vollmer für den Tabellen-Achten.
Verdienter zweiter Punkt für Rießersee
„Garmisch hat viel Tempo vorgelegt“, bilanziert Devils-Coach Sebastian Buchwieser das Geschehen. „Sie haben unsere vier Verteidiger ganz schön unter Druck gesetzt.“ Dennoch findet der Gäste-Trainer: „Trotz des Chancenplus‘ haben wir uns durch die Kampfleistung den Punkt verdient.“ Mit etwas mehr Konzentration wäre vielleicht auch der zweite möglich gewesen. „So gab es den verdienten zweiten Punkt für Rießersee.“
So richtig stolz auf sein Corona-gebeuteltes Team ist SC-Trainer Pat Cortina: „Das war ein totaler Mannschaftssieg.“ Stephan Wilhelm sei eine große Hilfe gewesen: „Seine Erfahrung, seine Cleverness, obwohl er nur einmal mit uns trainiert hat, hat er schnell, einfach und präzise gespielt.“
Das sei keine einfache Situation gewesen nach Wochen ohne ein einziges Spiel, deshalb: „Großes Kompliment, die Jungs waren mental präsent, und die Jungs von München haben uns geholfen mit ihrem Tempo.“ Dennoch müsse man jetzt am Boden bleiben. „Wir waren nicht so schnell wie sonst, haben auch ein paar Fehler gemacht – und es war auch nicht das beste Spiel von Weiden.“
Ohne Druck vielleicht besser?
Auf Fanseite sieht man die Niederlage gelassen. „Mit dem Punkt bin ich nach dem Spielverlauf sehr zufrieden“, schreibt Steffen Marquardt auf Facebook. „Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass Rosenheim die Tabellenführung übernommen hat.“ So könne man die Erwartungen und den damit verbundenen Druck an das Team runterschrauben.
Schließlich habe vor der Saison kaum einer gedacht, dass man als Tabellenführer in den Februar starten würde. „Bis zur Corona-Pause war es eine Art Eigendynamik – jetzt ist Sand im Getriebe, unabhängig von den Ausfällen.“ Trotzdem ist Marquardt stolz auf das bisher Erreichte: „Jetzt heißt es, sich in den nächsten Spielen wieder zu stabilisieren und selbstbewusst in die Play-offs zu gehen.“

