Weiden. Hinschauen und helfen. Getreu diesem Motto handelten gestern gleich mehrere Zeugen unabhängig voneinander bei einem räuberischen Diebstahl in Weiden.

Tatort war ein Schuhgeschäft in der Max-Reger-Straße. Der Weidener (22) kam laut Polizei gegen 11 Uhr ins Geschäft. Das Objekt seiner Begierde war ein Paar Schuhe im Wert von rund 30 Euro. Der junge Mann nahm sie an sich und rannte sofort – natürlich ohne zu bezahlen – aus den Laden. Seine Rechnung hatte er jedoch ohne einen Waldsassener (52) gemacht. Er hatte den Diebstahl beobachtet und griff sofort ein: Als der Dieb den Laden verlassen wollte, nahm der Waldsassener alleine sofort die Verfolgung auf. Er verfolgte ihn über mehrere Straßenzüge und forderte ihn mit Zurufen auf, stehen zu bleiben.

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Dem Waldsassener kam schließlich ein Weidner (29) zu Hilfe, der dem Ladendieb hinterher lief und – nachdem er ihn ergriffen hatte – zu Boden brachte. So einfach wollte sich der 22-Jährige aber nicht geschlagen geben: Er wehrte sich mit massiven Schlägen gegen die couragierten Helfer. Bei dem Gerangel gaben die Helfer aber nicht nach.

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Verstärkung hilft mit

Zum Leidwesen des Diebes kamen noch mehr Leute zur Hilfe: Zwei Arbeiter, die gerade in der Straße unterwegs waren, halfen dabei den Dieb dingfest zu machen und ihn bis zum Eintreffen der Polizei zu fixieren. Als wäre dem noch nicht genug, kam dem Dieb dann sein vermeintlicher Komplize zu Hilfe. Auch er schlug um sich, um seinen Kumpanen zu befreien. Erfolgreich war er damit aber nicht, weshalb er die Flucht ergriff. Die Helfer hatten es aber nicht leicht: Durch ihre Hilfeaktion bekamen sie alle Verletzungen unterschiedlichster Art ab.

Dieb randaliert in Haftzelle

Nur durch das beherzte Eingreifen der vier Passanten konnte der Räuber festgenommen und zur Polizeiwache gebracht werden. Selbst bei den Polizisten setzte sich der Mann noch vehement zur Wehr. Die Haftzelle, in die der Räuber gebracht wurde, gleicht jetzt einer Baustelle und muss rundum erneuert werden. Heute Vormittag kam er vor einen Haftrichter, der den Haftbefehl aussprach. Damit ist ihm ein Aufenthalt in der Justizvollzugsanstalt für die nächste Zeit garantiert.

Die Bilanz seines Beutezuges: Eine Anzeige wegen räuberischem Diebstahl, eine Anzeige wegen Widerstand gegen Polizeibeamte, eine Anzeige wegen Beleidigung und eine Anzeige wegen Sachbeschädigung. Auch den Komplizen des Räubers erwarten einige Anzeigen: Er hatte sich zwar vor Eintreffen der Polizei aus dem Staub gemacht, konnte aber zwischenzeitlich ermittelt werden – Auch dank der couragierten Ersthelfer. Der Komplize darf sich unter anderem wegen Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung verantworten. Polizeihauptmeister Mario Schieder lobt:

Abschließend bleibt von polizeilicher Seite aus nur ein großes Lob und der Dank an die couragierten Einschreiter auszusprechen. Alle vier sind Vorbilder für unsere Gesellschaft“.