Neustadt/WN/Weiden/Tirschenreuth. Ein Pilotprojekt das unter die Haut geht. Bereits im März 2012 fing der Test von „Lucas 2“ in Neustadt an: Knapp fünf Jahre später kann man sagen, dass aus der anfänglichen Probe eine richtige Erfolgsgeschichte wurde. Die mechanische Reanimationshilfe ist jetzt nicht mehr wegzudenken und rettete schon einigen Menschen das Leben. 

Von Jasmina Vaskovic

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Vor fünf Jahren, im März 2012, fing alles an mit einem Test: Prof. Dr. Robert Schwinger, Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Weiden, startete zusammen mit der Rettungswache des BRK Neustadt/WN und der Notärztin Dr. Gudrun Graf das Pilotprojekt „Lucas 2“. Eine völlig unbekannte Reanimationshilfe sollte getestet werden, um Menschen, die in Lebensgefahr schweben, besser und schneller zu helfen. Auch Dr. Gudrun Graf war sofort von dem transportablen Lebensretter angetan:

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Ich war begeistert, als sich Prof. Dr. Robert Schwinger an mich wandte. Da musste ich nicht lange überlegen.

Nur mit dem Test war die Arbeit aber nicht getan. Die mechanische Reanimationshilfe kostet etwa 25.000 Euro und das ist nur ein Gerät. Um aber alle Kreisverbände mit dem transportablen Lebensretter auszustatten, brauchte es mehrere. Da das Gerät nicht zu der rettungsdienstlichen Standartausrüstung gehört, begann ein Marathonlauf um Spenden zu sammeln. Aktionstage und Benefizkonzerte mussten organisiert werden, aber auch einige Serviceclubs wie der Lionsclub Neustadt/WN trugen mit großzügigen Spenden zur Finanzierung der Rettungsmittel bei.

Rettungsdienstbereich Nordoberpfalz mit „Lucas 2“ ausgestattet

Nach und nach konnten auch die Rettungsstandorte im BRK-Kreisverband Weiden/Neustadt mit „Lucas 2“ ausgestattet werden. Daraufhin startete auch die Spendenaktion im Nachbarkreisverband Tirschenreuth. Nur ein Jahr später konnte dann der gesamte Rettungsdienstbereich Nordoberpfalz flächendeckend als erster im Freistaat mit dem transportablen Lebensretter ausgestattet werden.

Bei der Beschaffung der Geräte erfuhr Dr. Gudrun Graf anfänglich mehr Kritik und Gegenwind von ansässigen Ärzten, als Unterstützung. Mittlerweile sind aber auch diese überzeugt von dem Projekt und stolz darauf, dass die Nordoberpfalz ausgerüstet ist. Das Rettungsdienstpersonal akzeptierte „Lucas 2“ vorbehaltlos. Seit 2013 nehmen die Sanitäter zweimal jährlich an Pflichtschulungen teil, um den Umgang mit dem Gerät zu erlernen.

„Lucas 2“ rettet Grafenwöhrer das Leben

Einem Grafenwöhrer (48) konnte „Lucas 2“ das Leben retten. Nach einem Herzinfarkt musste er so schnell wie möglich ins Klinikum gebracht werden. Durch die mechanische Reanimationshilfe kann er heute noch bei seiner Frau und seinen Kindern sein. So wirklich was mitbekommen hat er nach seinen Angaben aber nicht:

Ich bin erst im Krankenhaus wieder richtig zu mir gekommen. Von den Turbulenzen habe ich nichts mitbekommen.

Und auch eine Frau verdankt dem transportablen Gerät ihr Leben. Sie hatte einen Herzinfarkt und eine Lungenembolie. Diese Kombination endet sehr schnell tödlich. Insgesamt zweieinhalb Stunden reanimierte „Lucas 2“ die Frau. Heute ist sie Gott sei Dank wieder wohl auf.

Ein Sanitäter müsste 100 Kompressionen pro Minute machen, um den Kreislauf wieder anzuregen und die Durchblutung im Gehirn zu fördern, wie Prof. Dr. Robert Schwinger weiß. Bei einer Reanimation von zweieinhalb Stunden wäre das sehr belastend für nur einen Rettungshelfer. „Lucas 2“ kann einem Patienten einfach angelegt werden und per Knopfdruck eingestellt werden: Das ist eine enorme Entlastung für alle Sanitäter. Um es aber soweit zu bringen, muss unbedingt die 112 gewählt werden, bringt Prof. Dr. Robert Schwinger zum Ausdruck:

Nur wer die Nummer des Rettungsdienstes wählt, kann dazu beitragen, das einem Menschen schnell geholfen wird.