Weiden. Das Wandern ist der Gesellen Lust! 16 Von ihnen machten jetzt Halt in Weiden.
16 Handwerksgesellen machten im Neuen Rathaus Station und holten sich traditionell ihren Stempel für das Wandergesellenbuch und eine kleine Spende ab. Freudig überrascht war Personaldezernent Reiner Leibl von der großen Anzahl, die sich dieses Mal in Weiden verabredet hatte. „Die zünftigen Gesellen kamen aus allen Bundesländern und einer sogar aus der Schweiz“, erzählt er. Er hieß die schneidigen Burschen in der Nordoberpfalz herzlich willkommen.
Alte Tradition
Drei Jahre und einen Tag dauert die Wanderschaft, die einem jahrhundertealten Ritual folgt. Früher war es Pflicht, heute gilt es als etwas Besonderes: Gesellen, die durch blühende Felder laufen oder an der Straße stehen und auf die nächste Mitfahrgelegenheit hoffen. Für einige der Gesellen ist Weiden eine der letzten Stationen, andere haben noch einige weitere vor sich. Die Tippelei hat Jahrhunderte überdauert, manchmal wirkt sie sogar ein bisschen aus der Zeit gefallen. Das ist verständlich, denn die lange Wanderschaft passt mit ihrem ganz eigenen Tempo doch fast nicht mehr in die heutige Welt, die geprägt ist von Schnelligkeit, Stress und Termindruck. Auf der Walz entschleunigt man.
Ein Neuling wird in der Regel von einem anderen Wandergesellen abgeholt und in das Regelwerk der Walz eingewiesen. Dazu gehören: Ehrbarkeit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Achtung vor der Ehre der Mitmenschen und Gewaltlosigkeit. Schließlich wollen die nächsten Wandergesellen die gleiche Gastfreundschaft erfahren, wie die Vorgänger.

